Welcher Luftreiniger ist der Richtige? Was sind die Unterschiede?

Das schöne ist, dass wir in Europa eine große Auswahl an verschiedensten Luftreinigern haben. Doch haben wir damit auch die Qual der Wahl? Welcher ist der Richtige? Was sind die Unterschiede? Wie so oft liegt es in den Details!


Unabhängig von Designs, Materialien, Baugrößen, den Erzeugerländern und deren Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards ist der wesentlichste Unterschied die Filtertechnologie, die im Luftreiniger verbaut ist. Einige Hersteller geben erst gar nicht an, welche Filter verbaut sind oder nach welchen Normen diese Filter ausgewählt wurden. Da sollte man sich schon überlegen, ob so ein Gerät überhaupt sinn macht.


Die wichtigsten Normen bei den Filterklassen sind die EN779 und die EN1822. In diesen Normen sind die Filter mit dem Wirkungsgrad und dem Durchlassgrad klar definiert. Die meisten namhaften Qualitätshersteller geben Ihre Filter laut dieser Norm an. Einige Hersteller haben oft zwei oder mehrere Filter verbaut. Meist einen Grobfilter, der bereits Haare, Pollen und Bakterien rausfiltern kann, und dann noch einen sogenannten Partikelfilter. Genau bei den Partikelfiltern wird es dann interessant. Da beginnen wir mit sogenannten EPA Filter (E10, E11, E12), die bereits Tonerpartikel und Bakterien rausfiltern können, dann kommen schon die HEPA Filter (H13 und H14) mit denen es bereits möglich ist, Tabakrauch und größere Feinstaubpartikel raus zu filtern und dies endet dann bei sogenannten ULPA Filter (U15, U16, U17), die auch Ultrafeinstaub und kleinere Viren wie Corona und Grippeviren rausfiltern können und in erster Linie in Laboren, Krankenhäuser und Pflegeheimen eingesetzt werden. Ausschlaggebend ist der Wirkungsgrad zum Beispiel hat ein EPA10 Filter einen Wirkungsgrad von 85%, ein HEPA13 Filter 99,95%, ein ULPA15 Filter 99,9995%.


Jetzt werden viele sagen, der Unterschied zwischen 99,95% und 99,9995% ist ja wirklich nicht sehr hoch! Doch wir sprechen da schon von Kleinstpartikel im Mikro- und Nanometerbereich. Und genau das macht bei den Kleinstpartikeln in der Luft halt den großen Unterschied aus. Vergrößern wir das ganze mal um das X-tausend-Fache. Stellen Sie sich vor, ein HEPA13 Filter wäre so großmaschig wie das Netz eines Fußballtors und ein ULPA15 Filter wäre so kleinmaschig wie das Netz eines Tischtennistisches. Corona oder Grippeviren haben eine Größe von ca. 80 Nanometer, manche Viren oder Ultrafeinstaub sind noch kleiner. Also in unserem Beispiel so groß wie ein Tennis oder gar nur wie ein Tischtennisball. Also sehr schwierig, einen Tennis- oder Tischtennisball mit dem Netz eines Fußballtores aufzuhalten, oder? Und je kleiner die Partikel, desto gefährlicher sind sie für unsere Gesundheit. Bei Geräten mit ULPA Filter wird die Auswahl an Anbietern dann schon sehr dünn. Weiters ist bei den Herstellern auch nachzufragen, ob es Zertifikate von unabhängigen Instituten wie Technische Universitäten, TÜV, etc. gibt, die den Wirkungsgrad für dieses spezielle Gerät auch bestätigen. Zusammengefasst: Gesunde Raumluft ist die Grundlage jeden Lebens und eine notwendige Voraussetzung, um gesund zu bleiben. Es gibt eine große Auswahl an Anbietern von Luftreinigern. Mann sollte sich schon genau überlegen, weshalb und für welche Anwendung man sich einen Luftreiniger kauft und was genau ich damit rausfiltern möchte. Möchte ich nachweislich und dauerhaft Kleinstpartikel rausfiltern, muss ich in der Regel etwas tiefer in die Tasche greifen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Und abschließend noch ein sehr wichtiger Hinweis: Ein Luftreiniger funktioniert nur effektiv, wenn sämtliche Filter regelmäßig getauscht werden.




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